Chanshal Pass (17. – 18. Juni 2016)

Als ich im Mai 2016 in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu meine Weiterreise plante, stiess ich auf den 3750 Meter hohen Chanshal Pass, welcher einen Zugang zur Ortschaft Dodra bietet. Laut Google Maps gibt es noch eine weitere mit dem Auto befahrbare Strasse, die nach Dodra führt. Ich hatte deshalb vor, über diese gefundene Strasse die Ortschaft Dodra zu erreichen, um dann von dort über den Chanshal Pass weiter zu fahren. In der Ortschaft Natwad kaufte ich mir Proviant ein und der Verkäufer, der ziemlich gut englisch sprach, erkläre mir, dass ich nächstens in einen Nationalpark kommen würde. Zudem sei die Strasse nach Dodra (auf der anderen Seite des Chanshal Passes) sehr schlecht. Deshalb riet er mir, mit einem Auto nach Dodra zu fahren. „Wenn ein Auto die Strasse befahren kann, dann komme ich ja wohl auch irgenwdie mit dem Velo durch“, dachte ich mir. Die Strasse bis Dhaula war tatsächlich in ziemlich schlechtem Zustand, jedoch sogar mit einem vollbeladenen Fahrrad befahrbar. Ich fand es jedoch sehr merkwürdig, als ich das Velo eine breite Treppe runter schieben musste, um auf einer schmalen Brücke die andere Seite des Flusses zu erreichen. Dort war die „Strasse“ in sehr schlechtem Zustand, es sah aus wie eine Naturstrasse, welche vor vielen Jahren einmal gebaut wurde und seit langer Zeit nicht mehr in Gebrauch war. Halb fahrend und halb schiebend kämpfte ich mich vorwärts, wobei ich teilweise auch mein ganzes Gepäck einige Meter weit tragen musste, weil der Weg zu schmal war um ein beladenes Fahrrad durch zu schieben. Irgendeinmal wurde aus der breiten „Strasse“ definitiv ein schmaler Pfad und ich konnte mein Fahrrad nicht einmal mehr vorwärts schieben und musste somit mein Hab und Gut jeweils in mehreren Etappen berghoch tragen. Nach ungefähr zwei anstrengenden Stunden erreichte ich ein Haus und wurde von den Bewohnern sehr kritisch gemustert. Englisch wurde nicht gesprochen, doch der Mann konnte mir erklären, dass der Weg bis Dodra lediglich ein Trekkingpfad mit vielen zu überwindenden Höhenmetern sei. Er bot mir an, mein Gepäck mit einem Esel zu transportieren, das würde 5 Stunden dauern. Da ich es als Veganer allgemein ablehne, meine Sachen von Tieren schleppen zu lassen, und da ich auch nicht herausfinden konnte, wie viel mich dieser Transport kosten würde, lehnte ich das Angebot ab. Ich fasste den Entschluss, umzudrehen und ohne den Umweg über den Chanshal Pass ins Spiti Valley zu fahren.
 
 
 
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